Enscape und Veras in der Praxis: Villa am Hang
Im Februar 2023 begann Marco Iannelli mit dem Entwurf einer Penthouse-Erweiterung für das Vierfamilienhaus, das er sieben Jahre zuvor geplant hatte. Die Zahl der Beteiligten, die Lage des Gebäudes und die Nachhaltigkeitsziele führten zu zahlreichen logistischen Herausforderungen. Marco nutzte Veras, um schnell Ideen zu testen und Material- sowie Entwurfsvarianten zu visualisieren. Enscape erweckte seine Entwürfe während der Planungsphase zum Leben und erleichterte Entscheidungen sowie die Kommunikation mit allen Beteiligten.

Kurz zusammengefasst
Architekt Marco Iannelli nutzte Vectorworks, Veras und Enscape, um eine nachhaltige Penthouse-Erweiterung für die Villa am Hang zu entwickeln. Veras beschleunigte die Erkundung von Fassaden-, Material- und Entwurfsvarianten, während Enscape bei der räumlichen Planung und der verständlichen Kommunikation mit den Bewohner:innen half.
- Veras unterstützte Marco dabei, schnell zahlreiche Entwurfs- und Materialvarianten zu testen.
- Enscape half bei komplexen räumlichen Entscheidungen, insbesondere bei der Treppenplanung unter dem geneigten Dach.
- Die verständlichen 3D-Visualisierungen ermöglichten fundiertes Feedback von Bewohner:innen ohne technischen Hintergrund.
Nach seinem Studium suchte Architekt und BIM-Coach Marco Iannelli eine Herausforderung. Er fand sie im Entwurf seines eigenen Zuhauses. Das kleine Mehrfamilienhaus bot ihm die Gelegenheit, sein gesamtes Studienwissen in der „realen“ Welt einzusetzen. Das Ergebnis war die „Villa am Hang“. Das nachhaltige Gebäude ist das Zuhause von elf Menschen und drei Hunden, verteilt auf vier Wohneinheiten.
Um 2023 entstand die Idee, das Gebäude zu erweitern. Marco und die anderen Eigentümer:innen lebten zu diesem Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren in dem von ihm entworfenen Haus. Die geplante Erweiterung war keineswegs einfach. Die verschiedenen Beteiligten, die ungewöhnliche Hanglage und die Nachhaltigkeitsziele machten das Projekt komplex. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, arbeitete Marco mit Enscape, das er bereits seit Langem nutzte. Das Projekt bot außerdem die ideale Gelegenheit, erstmals mit den KI-gestützten Visualisierungen von Veras zu experimentieren.
Balance zwischen Struktur, Stakeholdern und dem Unbekannten
Marco lebt für Herausforderungen – das merkt man sofort, wenn man mit ihm spricht. Für die meisten Menschen wären seine Aufgaben als Head of BIM bei Sonnentag Architektur und als Forscher an der Hochschule für Technik Stuttgart bereits mehr als genug. Marco geht noch einen Schritt weiter und arbeitet zusätzlich freiberuflich. Daher überrascht es nicht, dass sein erstes echtes Architekturprojekt kein gewöhnliches Wohnhaus war, sondern ein Wohnkomplex für vier Familien – auf einem steilen Grundstück, das niemand für bebaubar hielt.

An Hindernissen mangelte es also weder beim ursprünglichen Entwurf noch beim neuen Projekt. Die Leitungen und Lüftungskanäle der bestehenden Wohnungen erforderten beispielsweise eine sorgfältige räumliche Planung. „Es gab viele Herausforderungen“, erklärt Marco. „Die vorhandenen Leitungen mussten bestehen bleiben, und ich musste eine Möglichkeit finden, das Obergeschoss gut erreichbar zu machen. Außerdem war es enorm wichtig, dass die neuen Elemente den Gesamtentwurf des Hauses nicht beeinträchtigten.“
Marco lebt dort nicht allein. Daher beeinflussten auch die Bedürfnisse und Vorlieben der zehn anderen Bewohner:innen seinen Entwurf. Einige standen der Erweiterung skeptisch gegenüber, und die Mehrheit der Gruppe besitzt kein umfassendes technisches Wissen. Der Entwurf musste daher weitgehend für sich selbst sprechen. Um alle Beteiligten zu überzeugen, waren ansprechende und verständliche Visualisierungen entscheidend.
Schließlich musste der Entwurf auch zukunftsfähig sein. Wann die Bauarbeiten beginnen werden, steht noch nicht fest. Ob in fünf oder fünfzehn Jahren: Das Projekt muss realisierbar bleiben und erfordert deshalb Flexibilität bei Materialien und Tragwerksplanung.
Um diese Einschränkungen zu bewältigen, setzte Marco auf vertraute Werkzeuge und erkundete zusätzlich ein neues.
Von der Fassade bis zum Grundriss: Werkzeuge, die den Unterschied machten
Anfang 2024 kamen immer mehr KI-Werkzeuge für Architektur auf den Markt. Gleichzeitig arbeitete Marco weiter am Entwurf der Erweiterung. Das war der ideale Zeitpunkt, um Veras zu testen – ein Tool, das sofort seine Aufmerksamkeit geweckt hatte.
Marcos Entwurfsprozess begann wie gewohnt in Vectorworks. Anschließend wechselte er zu Veras, das als eine Art „Co-Designer“ diente, um Entwurfsideen zu testen. Die Erweiterung musste selbstverständlich die Nachhaltigkeitsstandards des ursprünglichen Gebäudes erfüllen und die bestehende Struktur möglichst wenig zusätzlich belasten. Ein gutes Gleichgewicht – sowohl visuell als auch bei den Materialien – war entscheidend. „Veras wirkt inspirierend. Aus einer Reihe von zehn Varianten kannst du zwei auswählen und erhältst anschließend wieder zehn Varianten auf Grundlage dieser beiden Untervarianten.“ Das Experimentieren mit diesen Varianten half Marco, zu seinem Entwurf zu gelangen: einer zusätzlichen Ebene auf dem Dach mit transparenter Fassade. Der Entwurf erfüllte alle Anforderungen – er war einfach, elegant und konstruktiv realisierbar.

Als die Fassade Gestalt annahm, richtete Marco seine Aufmerksamkeit auf den restlichen Entwurf. Als erfahrener Enscape-Nutzer wusste er, dass Enscape ihm bei den schwierigeren konstruktiven Herausforderungen helfen konnte. Mit Enscape für Mac arbeitete er in Echtzeit an der Raumaufteilung und der Position der Treppe – etwas, das mit 2D-Plänen nicht möglich gewesen wäre. „Ich habe das Problem gelöst, indem ich dreidimensional gedacht habe, besonders beim Treppenentwurf. Das geneigte Dach mit einem Oberlicht auf der Nordseite war entscheidend. Ohne 3D und Echtzeitvisualisierung hätte ich es nie auf diese Weise entworfen.“
Nachdem die Probleme mit der Treppe gelöst waren, half Enscape Marco auch dabei, seine Pläne zu finalisieren. „Ich hatte mehrere mögliche Varianten. Mit Enscape gelangte ich schnell zu einem endgültigen Ergebnis.“
Durch die Kombination seines vertrauten Workflows mit neuen, fortschrittlichen Werkzeugen wechselte Marco reibungslos von der Idee zur Visualisierung. Er modellierte seine Entwürfe in Vectorworks, entwickelte sie mit Veras weiter und erweckte sie in Enscape zum Leben. Das Endergebnis war bereit, mit seinen Nachbar:innen geteilt zu werden.
Zukunftsorientiert entwerfen – mit anpassungsfähigen Werkzeugen
Nachdem Marco Veras für Ideen zu Dach- und Fassadenmaterialien genutzt hatte und Pläne sowie Renderings fertiggestellt waren, präsentierte er die Penthouse-Erweiterung der restlichen Villa-am-Hang-Gruppe. Die Mehrheit der Gruppe besitzt keinen technischen Hintergrund, konnte sich das Projekt dank der Visualisierungen jedoch gut vorstellen. „Sie haben enorm bei der Kommunikation geholfen. Ich habe ihnen nicht einmal Pläne gezeigt – nur Enscape-Renderings.“
Die hochwertigen Visualisierungen hinterließen den gewünschten Eindruck. „Sie fanden es alle ein wunderschönes Penthouse. Jede:r hätte gern eines!“, erinnert sich Marco. Die Gruppe schätzte den Entwurf, erkannte durch die klare 3D-Darstellung aber auch, dass sie noch nicht bereit war, einen fünften Haushalt aufzunehmen.
Das Ende des Projekts? Marco sah das anders und änderte die Richtung. „Wir planen jetzt eine kleinere Maisonette-Version des Penthouses, die mit meiner darunterliegenden Wohnung verbunden ist.“ So bleibt die Villa am Hang ein Vierfamilienhaus, Marco erhält dennoch ein großzügiges Penthouse und für alle Bewohner:innen entsteht eine größere gemeinsame Dachterrasse.

Dank der flexiblen Werkzeuge konnte Marco seinen Entwurf während des gesamten Prozesses einfach anpassen. „Der Entwurf hat sich nicht besonders stark verändert“, sagt er. Beispielsweise wurde der Abstellraum im Penthouse entfernt, um eine neue interne Treppe zu integrieren.

Das überarbeitete Konzept erhielt schließlich positives Feedback und die individuelle Zustimmung aller Gruppenmitglieder. Eine formelle Einigung steht noch aus, doch die Aussichten sind vielversprechend. Zusätzliches Volumen entsteht nur über Marcos Wohnung, und die Zahl der Haushalte bleibt bei vier – die wichtigste Anforderung seiner Mitbewohner:innen.
Und wann wird gebaut? „Ich weiß es nicht!“, sagt Marco. „Vielleicht in fünf Jahren, vielleicht in zehn.“ Bis dahin bleibt das Penthouse das, was es heute ist: eine realisierbare und breit unterstützte Anpassung des bestehenden Gebäudes. Marco erwägt sogar, es mit Eco Box zu verbinden, einem universitären Forschungsprojekt, an dem er mitarbeitet. „Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.“
Häufig gestellte Fragen
Wie nutzte Marco Iannelli Veras für die Villa am Hang?
Marco verwendete Veras als eine Art Co-Designer, um zahlreiche Fassaden-, Material- und Entwurfsvarianten zu generieren und schrittweise zu einer einfachen, eleganten und konstruktiv realisierbaren Lösung zu gelangen.
Welche Rolle spielte Enscape im Entwurfsprozess?
Enscape unterstützte Marco bei räumlichen und konstruktiven Entscheidungen, insbesondere bei der Treppenplanung. Die Echtzeitvisualisierungen dienten außerdem dazu, den Entwurf den übrigen Bewohner:innen verständlich zu vermitteln.
Wie ist der aktuelle Stand der Penthouse-Erweiterung?
Das Konzept wurde zu einer kleineren Maisonette-Lösung weiterentwickelt, die mit Marcos Wohnung verbunden ist. Alle Gruppenmitglieder gaben positives Feedback und ihre individuelle Zustimmung, eine formelle Einigung und der Baubeginn stehen jedoch noch aus.


