4 Tipps zum Rendern von Animationen in Enscape

Animationen gehören zu den besten Möglichkeiten, deine Entwürfe Kunden zu präsentieren. Es gibt verschiedene Wege, Entwürfe zu visualisieren. Mit Enscape erstellst du alle unterschiedlichen Visualisierungsarten an einem Ort: Renderings, Walkthrough-Videos, VR-Szenen und sogar Panoramen. In diesem Artikel zeigen wir, wie du Animationen in Enscape erstellst, anpasst und exportierst. Der Ablauf ist bei allen unterstützten Modellierungsprogrammen gleich (Vectorworks, Revit, SketchUp, Archicad und Rhino).

Veröffentlicht am 
18/1/2023
© Enscape

Kurz zusammengefasst

Für eine hochwertige Enscape-Animation passt du zuerst Renderqualität und Ausgabeeinstellungen an, erstellst im Video-Editor mindestens zwei Keyframes, animierst bei Bedarf weitere Parameter und exportierst anschließend das fertige Video.

  • Nutze für High-End-Animationen die Renderqualität Ultra und wähle Seitenverhältnis, Komprimierung und FPS passend zum Ausgabeziel.
  • Erstelle mindestens zwei Keyframes; Gesamtdauer und Zeitstempel steuern die Geschwindigkeit zwischen ihnen.
  • Animiere bei Bedarf Tageszeit, Brennpunkt und Sichtfeld, um Übergänge sowie Zoom- und Fokuseffekte zu erzeugen.

Animationen in Enscape rendern

Wirf zunächst einen Blick auf deine Anzeigeeinstellungen. Anschließend sind mehrere Schritte erforderlich, um ansprechende Animationen deiner Architektur- und Designprojekte zu erstellen. Du kannst das Enscape 3.1-Beispielprojekt herunterladen und den Schritten so ganz einfach folgen.

1. Renderqualität und Ausgabeeinstellungen

Ein wichtiger Teil dieses Prozesses besteht darin, die Renderqualität und die Ausgabeeinstellungen an deine Anforderungen anzupassen. Stelle die Renderqualität beispielsweise auf Ultra, wenn du High-End-Animationen erstellen möchtest.

Als Nächstes passt du das Seitenverhältnis deines Videos an. Wenn du die Animation auf Instagram oder LinkedIn veröffentlichen möchtest, legst du das passende Seitenverhältnis auf der Registerkarte Ausgabe im Fenster Anzeigeeinstellungen fest.

Wenn du das Seitenverhältnis änderst, ist in Enscape zunächst kein Unterschied zu sehen. Um den tatsächlichen Bildausschnitt beziehungsweise Renderbereich anzuzeigen, aktivierst du oben rechts im Enscape-Fenster die Option Renderbereich (siehe das unten orange markierte Symbol).

Eine weitere Einstellung ist die Komprimierungsqualität. Dieser Parameter beeinflusst die endgültige Dateigröße. Enscape empfiehlt, hier die Einstellung „Maximum“ beizubehalten. Wenn du eine Stufe höher gehst („Verlustfrei“), erhältst du eine Folge einzelner PNG-Bilder. Du kannst auch eine niedrigere Einstellung wählen, um die Größe der resultierenden Videodatei zu reduzieren. Da Enscape in MP4 exportiert, erhältst du standardmäßig eine sehr hohe Qualität bei kleiner Dateigröße.

Zu guter Letzt legst du die Bilder pro Sekunde (FPS) deiner Animation fest. Die passende Einstellung hängt von deinen Anforderungen ab: Für eine filmische Animation eignen sich 30 FPS, für ein flüssigeres Video 60 FPS. Höhere FPS-Werte werden hauptsächlich verwendet, wenn das Material anschließend in einer Bearbeitungssoftware für Zeitlupen angepasst wird.

2. Arbeiten mit dem neuen Video-Editor von Enscape

Keyframes gehören zu den wichtigsten Bestandteilen jeder Animation. Doch zunächst klären wir, was ein Keyframe genau ist. In Animation und Film definiert ein Keyframe als Zeichnung oder Aufnahme den Start- oder Endpunkt eines fließenden Übergangs. Selbst für eine sehr einfache Szene oder Animation benötigst du daher mindestens zwei Keyframes, um den Pfad der Kamerabewegung festzulegen. Klicke auf eines dieser beiden Pluszeichen, um in Enscape Keyframes zu erstellen.

Bevor du einen Keyframe erstellst, richtest du am besten die Kamera richtig aus und legst einen Startpunkt fest. Beim Erstellen eines Keyframes fügt Enscape der Oberfläche zwei Elemente hinzu:

  1. das Keyframe-Symbol in deiner Zeitleiste (▷,◇ oder ◁)
  2. das Kamerasymbol in deiner 3D-Umgebung.

Dies geschieht bei jedem neu erstellten Keyframe.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch keine Wiedergabeschaltfläche und keine Animation. Wie bereits erwähnt, musst du mindestens zwei Keyframes erstellen. Sobald du den zweiten Keyframe erstellst, wird die Wiedergabeschaltfläche aktiviert. Jetzt hast du einen Pfad und damit deine erste Animation in Enscape erstellt.

Ein kleiner Tipp: Aktiviere die Rasterlinien. Mit diesem Werkzeug erzielst du eine bessere Komposition deiner Keyframes.

Wenn du deine Animation erweitern möchtest, erstellst du weitere Keyframes. In diesem Beispiel wurden fünf Keyframes für eine Animation angelegt. Das Ergebnis dieses einfachen Pfads siehst du hier:

Wie du vielleicht sofort bemerkst, ist der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Keyframes nicht gleich. Manchmal ist das beabsichtigt, doch es ist besser, die vollständige Kontrolle darüber zu haben. Darauf gehen wir weiter unten noch ein. Um einen Keyframe zu bearbeiten, klickst du auf das Keyframe-Symbol. Nehmen wir beispielsweise einige Änderungen am dritten Keyframe vor.

Nachdem du die Einstellungen geändert hast, klickst du auf die Schaltfläche Aktualisieren, um sie auf den Keyframe anzuwenden. Wenn du mit der Anpassung fertig bist und den Keyframe verlassen möchtest, klickst du auf das Symbol Schließen. Anschließend kannst du dich wieder frei im 3D-Modell bewegen.

Wenn du den Animationspfad von außen betrachtest, siehst du die orangefarbenen Kameras. Jede Kamera steht für einen Keyframe. Das ist hilfreich, um den Videopfad zu überprüfen und Konflikte zwischen der Kamerabewegung und Elementen wie Wänden zu vermeiden.

Wenn du entlang des Videopfads einen Konflikt feststellst, wählst du den entsprechenden Keyframe aus und änderst seine Position. Alternativ klickst du auf den Pfad, erstellst einen neuen Keyframe und passt dessen Position an.

Eine praktische Funktion der Videoanimation in Enscape ist, dass du mehrere Pfade im selben Projekt erstellen kannst. Du kannst sie außerdem laden, speichern und durch sie navigieren. 

Nachdem du den vorherigen Pfad gespeichert hast, kannst du einen neuen Pfad erstellen, um andere Ansichten hervorzuheben, zum Beispiel eine Innenraumanimation. Erstelle einen weiteren Keyframe. Jetzt kannst du auf Wiedergabe klicken und dir die Vorschau ansehen. Wie du vielleicht bemerkst, ist die Standardgeschwindigkeit der Animation nicht immer ideal. Wenn du beispielsweise eine flüssigere Animation möchtest, drückst du die ESC-Taste und verlängerst die Gesamtdauer der Animation. Dadurch entsteht ein langsamerer Übergang zwischen zwei Keyframes.

Um den Zeitstempel einzelner Keyframes zu ändern, fügst du zunächst einen weiteren Keyframe hinzu. Klicke dann auf den zweiten Keyframe und prüfe seinen Zeitstempel. Er stand auf 00:08; ändere ihn auf 00:04. Nach der Aktualisierung siehst du, dass die Bewegung zwischen dem ersten und zweiten Keyframe schneller ist als zwischen dem zweiten und dritten.

In den allgemeinen Einstellungen deiner Animation stehen zwei weitere Optionen zur Verfügung: Ease In/Out (Weiche Übergänge) und Shaky Camera (Wackelkamera). Weiche Übergänge lassen die Animation flüssiger wirken. Mit der Wackelkamera erhält die Animation den Eindruck einer Aufnahme mit einer Handkamera.

3. Keyframing in anderen Parametern

Neben Kameraposition und Kamerawinkel bietet Enscape weitere anpassbare Parameter, die sich auf Keyframes auswirken und neue Szenen und Effekte ermöglichen. Erstelle einen Keyframe und direkt einen zweiten. Öffne beim ersten Keyframe den Keyframe-Bereich. Dort siehst du alle veränderbaren Elemente: Zeitstempel, Tageszeit, Brennpunkt und Sichtfeld. So kannst du beispielsweise die Tageszeit animieren. In diesem Beispiel wurde der erste Keyframe auf 9:30 Uhr und der zweite auf 21:00 Uhr eingestellt. Klicke auf Wiedergabe, um den Übergang von Tag zu Nacht zu sehen.

Sieh dir nun den Parameter Brennpunkt an und erstelle einen ersten Keyframe. Um die Option Brennpunkt zu aktivieren, öffnest du das Fenster Anzeigeeinstellungen, erhöhst den Parameter Schärfentiefe und deaktivierst außerdem die Option Autofokus.

Erstelle den zweiten Keyframe an derselben Position wie den ersten, um diesen stilistischen Effekt zu erzeugen und die Fokusverschiebung deutlich hervorzuheben. Die Parameter der beiden Keyframes sind unterschiedlich: Im ersten richtest du den Brennpunkt auf die Blume, im zweiten auf die Theke. Klicke auf Wiedergabe und du siehst den ansprechenden Übergang, der mit dieser einfachen Technik entsteht.

Der nächste einstellbare Parameter ist das Sichtfeld. Damit kannst du Zoom-in-, Zoom-out- und Dolly-Zoom-Effekte erzeugen.

4. So exportierst du deine gerenderten Animationen

Klicke auf Exportieren, um deine Animation auszugeben. Passe dort alle Einstellungen an deine Anforderungen an; sie wurden im ersten Abschnitt erläutert.

Klicke auf OK und genieße deine fertig gerenderte Enscape-Animation.

Möchtest du wissen, wie Enscape den täglichen Workflow eines großen Unternehmens verbessert? Lies diesen Blogartikel. Darin erläutern Yusuke Okura und Hiro Nobat vom japanischen Unternehmen Semba die Vorteile der Real-Time-Visualisierung.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Keyframes braucht eine Animation in Enscape mindestens?

Für den einfachsten Kamerapfad benötigst du mindestens zwei Keyframes: einen Startpunkt und einen Endpunkt.

Sollte eine Enscape-Animation mit 30 oder 60 FPS exportiert werden?

30 FPS eignen sich für einen filmischen Look, während 60 FPS eine flüssigere Bewegung erzeugen. Höhere Werte sind vor allem für nachträgliche Zeitlupen sinnvoll.

Welche Parameter lassen sich in Enscape neben der Kameraposition animieren?

Neben Position und Winkel der Kamera kannst du unter anderem Tageszeit, Brennpunkt und Sichtfeld über Keyframes verändern.

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